Wichtiger Hinweis: Unsere Mühle ist ein technisch-historisches Denkmal und wird so gezeigt wie es früher auch war. Deswegen ist die Mühle nicht Behindertengerecht bzw. Barrierefrei.

 



Ausbildung zum "freiwilligen Müller" in der Barßeler Mühle

 

 

 

Franz Cloer bildet zusammen mit den Müllermeistern Hans Hermann Bohlmann und Johann Hüneke zum „freiwilligen Müller“ aus. 

 

 

Zu den Inhalten der 160 Stunden umfassenden Ausbildung gehören:
• Physikalische und technische Grundlagen des Systems Mühle
• Behandlung und Verarbeitung der Rohstoffe (Getreidekunde)
• Mühlen und Müller in Gesellschaft und Geschichte
• Unfallverhütung und Arbeitsschutz in und an der Mühle
• Wetterkunde - Windrecht - Wasserrecht
• Pflege, Wartung und Reparaturen
• Geschichtliche Hintergründe

Die Kurse finden an Wochenenden statt, die Kursdauer beträgt etwa ein Jahr.
Zu etwa zwei Dritteln bestehen diese Kurse aus der praktischen Tätigkeit an und in einer historischen funktionsfähigen Mühle. Gelehrt werden der sichere Umgang mit der Mühle zu allen Jahreszeiten und unterschiedlichen Witterungsbedingungen

Nach einer erfolgreichen Prüfung erhält der Kursteilnehmer ein Zertifikat, das ihm bescheinigt, Kenntnisse und Fähigkeiten zur sicheren Bedienung einer Wind- oder Wassermühle in einer theoretischen und praktischen Prüfung nachgewiesen zu haben.
Historische Wind- und Wassermühlen sind Kulturdenkmale die nicht nur Erhalten werden müssen, sondern durch Freiwillige Müller zu arbeitenden Denkmale werden

Interessierte Personen können sich mit Franz Cloer ( Tel. 0172-4226951 ) in Verbindung setzen, um Informationen über den Beginn und die Voraussetzungen zum Kurs zu bekommen.

 


Das traditionelle Müllerhandwerk zu erhalten ist das Ziel der Müllergilde.

Der Beruf des Müllers ist einer der ältesten der Welt. Der traditionelle Handwerksberuf erscheint heute oft hart und entbehrungsvoll. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Mühlen oft hoch moderne Verarbeitungsstätten, die effizient die Naturkräfte nutzten. Bekannt sind über 180 verschiedene Nutzungsarten, in denen zum Beispiel Mahl-, Öl-, Säge- oder Schleifmüller arbeiteten. Ihre Produktionsstätten legten den Grundstein für die industrielle Revolution. Wassermühlen prägen bis heute viele Landschaften in Deutschland.

Heute ist die Müllerei ein Beruf, der im dualen Ausbildungssystem erlernt werden kann. An Müllerschulen erwerben die Auszubildenden alle Kenntnisse, die auf einen Industriebetrieb ausgerichtet sind. Das Arbeiten mit Wind- und Wasserkraft sowie mit traditionellen Mahlverfahren, wie Mahlgänge mit Mühlsteinen, sind heute im Lehrplan nicht mehr zu finden. Das Erlernen derartiger Techniken erfolgt nur noch in einigen Handwerksmühlen, die sich der Tradition verpflichtet sehen. Bundesweit nutzen noch ungefähr 50 Mühlen von ehemals ca. 50.000 die Antriebstechniken Wind- bzw. Wasserkraft und halten das traditionelle Müllerhandwerk am Leben.

Neben diesen noch professionell aktiven Mühlen gibt es eine zunehmende Zahl von Wind- und Wassermühlen, die auf semiprofessioneller, ehrenamtlicher Basis betrieben werden und auf diese Weise das Müllerhandwerk in die Zukunft tragen. Einzelpersonen und Vereine bemühen sich zum Beispiel im Rahmen von Ausbildungskursen, den Umgang mit einer Wind- oder Wassermühle und die Fähigkeit zur Ausübung der traditionellen handwerklichen Müllerei zu vermitteln. Diese Ausbildung kann jedoch nicht der ehemaligen Berufsausbildung des Müllers gleichgesetzt werden.

Im Spätmittelalter und zu Beginn der Industrialisierung entstanden viele Gedichte, Sagen und Gemälde über die Handwerksmüllerei von namhaften Künstlern wie Wilhelm Busch, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Theodor Storm oder auch Heinrich Heine. Auch heute noch findet sich das Handwerk in Form von Sprichwörtern und Liedern in der alltäglichen Wahrnehmung wieder. Verbreitete Redewendungen sind zum Beispiel „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ oder „behördliche Mühlen mahlen langsam“.

 


Das Müllerwappen

 

Die Darstellung lässt verschiedene Deutungen zu. Das Wappen zeigt die für einen Müller notwendigen Dinge, die er bei seiner Arbeit zu beachten hatte. Die beiden in ein Zahnrad greifenden Löwen symbolisieren die notwendigen großen Kräfte, wie Wasser oder Wind. Der gespreizte Zirkel und der Winkel machen deutlich, dass im Müllerhandwerk ein hohes technisches Wissen für eine einwandfreie, abgestimmte Funktion der sich der bewegenden Teile (Lager, Mühlstein usw.) erforderlich ist. Die Walze für die Handelsmüllerei und der Mahlstein für die Kundenmüllerei. Die beiden Ähren zeigen bildlich dass zu bearbeitende Getreide. Der alte Müllergruß “Glück zu” lässt sich folgendermaßen deuten. Bei der Arbeit des Müllers war ständig Glück notwendig, denn Brände, Missernten oder Unwetter  waren immer mit Verdienstausfall verbunden oder konnten existenzvernichtend sein.